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B wie Bienenschutz oder Bauernverband

B

Die sterbenden Bienen verfolgen mich. Sie tauchen ständig in Zeitungen, Dokus und Nachrichten auf. Die EU berät über den Bienenschutz. Selbst in Kino und Romanen wird das Thema bearbeitet. Die Bienen werden weltweit immer weniger. Ihr Aussterben wird befürchtet. Allerdings sterben jährlich ca. 58 000 Tierarten aus.1 Warum wird beispielsweise um den europäischen Flussaal nicht so ein Wind gemacht? Warum ist gerade das Bienensterben so ein riesen Ding?

Die Bienen bestäuben, also befruchten nicht nur hübsch anzusehende Blumen. Auch ein Großteil der Nutzpflanzen ist auf die Befruchtung durch die Bienen angewiesen. Damit sind die Bienen enorm wichtig für die Nahrungsmittelproduktion und das erklärt den Aufschrei. Verkürzt ausgedrückt: Ohne Bienen keine Befruchtung. Ohne Befruchtung keine Ernte. Ohne Ernte keine Lebensmittel.

Jetzt gibt es also in Bayern sogar ein Volksbegehren „Rettet die Bienen“. Wichtige Umweltverbände und Wissenschaftler sind daran beteiligt. Ein wichtiger Akteur fehlt: Der Bauernverband. Die Landwirtschaft spielt aber beim Schutz der Bienen eine entscheidende Rolle. Die Bienen sterben vor allem, weil ihnen der Lebensraum genommen wird. Umso intensiver Flächen genutzt werden, desto weniger bunte Blumenwiesen mit vielen verschiedenen Blumen, die zu unterschiedlichen Zeitpunkten blühen, stehen den Bienen zur Verfügung. Ein weiteres Problem sind die Nikotinoide, die in verschiedenen Pflanzenschutzmitteln enthalten sind. Die Bienen nehmen diese über die Blüte auf. Der Orientierungssinn und das Sozialverhalten der Bienen wird durch dieses Gift nachhaltig geschädigt.

Ohne die Zusammenarbeit mit der Landwirtschaft ist also effektiver Bienenschutz kaum möglich. Wenn sich der bayrische Bauernverband dem Volksbegehren „Rettet die Bienen“ nicht anschließt, ist das eigentlich eine richtig schlechte PR-Maßnahme. Vorwürfe wie „kurzfristiges Profitdenken der Agrarindustrie“ 2 finden sich schon auf der Homepage des Volksbegehrens.

Der Chef des bayrischen Bauernverbands Walter Heidl begründet seine Skepsis gegen das Volksbegehren im bayrischen Rundfunk folgendermaßen: Das Volksbegehren fordert Schutzflächen für Bienen, also z.B. Blumenwiesen anstatt Maisäcker, per Verordnung. Der Bauernverband will diese Schutzflächen auf freiwilliger Basis zur Verfügung stellen. Werden diese Flächen nämlich verordnet, greift ein EU-Recht, das besagt, dass dann keine Entschädigungszahlungen mehr an die Landwirte gezahlt werden dürfen.

Wenn wir alle aber als Gesellschaft die Bienen schützen wollen, finde ich es nur folgerichtig, dass es eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe ist, für deren Kosten wir alle, also der Staat, aufkommen müssen. Wenn ein Landwirt anstatt Getreide eine Blumenwiese anpflanzt, hat er einen Einkommensausfall. Wenn dieser ihm nicht ersetzt würde, trüge der Landwirt allein die Kosten für den Bienenschutz. Insofern ist es absolut nachvollziehbar, dass der bayrische Bauernverband sich der Forderung des Bienenschutzes per Verordnung nicht anschließen kann.

Ich finde die Sache ist ein wunderschönes Beispiel dafür, dass es sich lohnt, sich erst zu informieren und dann ein Urteil zu fällen.

1 http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/artensterben-jaehrlich-verschwinden-58-000-tierarten-a-982906.html

2 https://volksbegehren-artenvielfalt.de/2018/09/12/das-profitdenken-der-agrarindustrie/

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By Dag
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