KINDERKOMMAZUKUNFT Was tun für die Zukunft unserer Kinder ?!

Bundestagswahl 2017: Hohe Leistungen und Chancengleichheit – Wer schafft den Spagat der Bildungspolitik?

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„Weil wir diesen Scheiß-Dönerladen haben, fahren wir nicht in den Urlaub!“

Das sagte vor ein paar Tagen Selinay, eine Schülerin zu mir, als ich sie fragte, was sie in den Ferien machen würde. Als ich sie fragte, ob sie vielleicht mit der Familie ihrer Freundin in den Urlaub fahren dürfe, war die Antwort: „Mein Vater erlaubt mir nur Reisen in Länder, in denen ich meine Sprachkenntnisse verbessern kann. Also England oder Spanien. Da fährt keine meiner Freundinnen hin. Ich soll während der Ferien den Stoff des vergangenen Schuljahres wiederholen, damit ich nicht wie er in einem Dönerladen ende.“

In diesem kurzen Gespräch spiegelt sich eines der Hauptthemen der aktuellen Bildungsdebatte wieder: Chancengleichheit. Wie kann es gelingen einerseits allen Kindern und Jugendlichen die gleichen Möglichkeiten zu bieten und dabei die begabten und die schwächeren Schüler gleichermaßen optimal zu fördern? Es tobt ein zum Teil ideologisch aufgeladener Streit darüber, welches Schulsystem die beste Antwort auf diese Frage liefert. Gleichzeitig frage ich mich, wie wird die Schullaufbahn meiner Kinder aussehen? Im Moment haben glaube ich viele Eltern das Gefühl, dass ihr Kind ohne Abitur in Deutschland, im Land der Ingenieure, nicht bestehen kann. Die Folge dieses gesellschaftlichen Trends ist der Fachkräftemangel bei Handwerkern, Erziehern und Pflegern und eine riesige Menge an BWLern mit Bachelor-Abschluss. Ich würde mir wünschen, dass meine Tochter/ mein Sohn sich nicht als Kinder zweiter Klasse empfinden, sollten sie kein Abitur machen. Zwischen den Parteien gibt es hier im Großen und Ganzen zwei Lager: Die Antworten von CDU, FDP und AfD stehen den Lösungsansätzen von SPD, Grünen und Linken gegenüber. Es gibt innerhalb dieser Lager kleine Unterschiede, die in der Tabelle ganz unten aufgeführt sind. Sie sind allerdings recht überschaubar.

Dieser Bildungsstreit lässt sich gerade in Baden-Württemberg besonders gut beobachten. Baden Württemberg wurde jahrzehntelang von einer schwarz geführten Koalition regiert. Seit 2011 haben wir nun einen grünen Ministerpräsidenten. Seitdem gab es enorme bildungspolitische Umbrüche.

„Längeres gemeinsames Lernen, Lerngruppen und Lernateliers, Kinder mit und ohne Behinderung zusammen in einer Klasse“. Als 2011 die grün-rote Regierung mit diesen und ähnlichen Inhalten antrat, fand ich das sehr interessant. Es hörte sich nach der perfekten Lösung an, die sozialen Ungleichheiten zu verringern und das Problem der Hauptschulen, in denen sich alle Problemfälle sammeln, zu lösen. Grüne, die SPD und die Linke fordern ein Wegfallen der Schulempfehlung am Ende der Grundschulzeit. Dies geht einher mit der Abschaffung des dreigliedrigen Schulsystems (Gymnasium, Realschule, Hauptschule) hin zu Gesamtschule in der alle gemeinsam lernen, aber individuell gefördert werden. Dies funktioniert vor allem dadurch, dass die Schüler selbstorganisiert und eigenverantwortlich lernen und der Lehrer hauptsächlich Lernbegleiter ist. Mit geeignetem Material erarbeiten sich die Schüler die Inhalte selbst und der Lehrer steht dann für Fragen zur Verfügung. Jedes Kind arbeitet auf einem für ihn angepassten Niveau und erreicht so auch unterschiedliche Ziele. Sitzenbleiben kann man eigentlich nicht. Klassenarbeiten werden entweder auch auf verschiedenen Niveaus geschrieben oder es wird ganz auf sie verzichtet. Anstatt Noten gibt es dann Verbalbeurteilungen. Statt Konkurrenz und Notendruck wird auf gemeinsames solidarisches Lernen gesetzt. Auf diese Art und Weise sollen sich auch sonderpädagogische Schularten erübrigen. Im Rahmen der Inklusion werden alle, also auch geistig behinderte Menschen oder Kinder mit Störungen im Sozialverhalten in der Gesamtschule mit unterrichtet.

Ein weiteres wichtiges Element ist die flächendeckende Einführung von Ganztagesschulen. Hier durch soll der Nachteil, den Kinder haben, die aus schwierigen sozialen Verhältnissen kommen, ausgeglichen werden.

Alle drei Parteien fordern auch das Konzept der „demokratischen Schule“. Sowohl Eltern als auch Schüler sollen verstärkt in Entscheidungsprozesse der Schulen mit einbezogen werden.

Diesen Ideen gegenüber steht die Bildungspolitik von CDU, FDP und der AfD. Sie sehen eine optimale Förderung des einzelnen in weitgehend homogenen Lerngruppen. Sie befürworten also ein differenziertes, leistungsorientiertes Schulsystem mit Gymnasium, Realschule und Hauptschule bzw. Werkrealschule. Sie begründen dies damit, dass man den Ansprüchen des Einzelnen besser gerecht werden kann, wenn nicht in einer Klasse 7 Gymnasiasten, 8 Realschüler, 5 Hautschüler und zusätzlich noch zwei Hochbegabte und ein geistig behinderter Mensch sitzen. Sie bezweifeln, dass es möglich ist, dass die Jugendlichen einer solchen Klasse sich selbstständig die Inhalte so erarbeiten, wie sie dies gemeinsam mit einem sie unterrichtenden Lehrer könnten. Sie befürchten eine allgemeine Niveauabsenkung. Zur Forderung nach einem differenzierten Schulsystem gehört auch eine Empfehlung der Grundschule. Sie muss nicht zwangsläufig verbindlich sein. Muss aber zumindest der weiter führenden Schule vorgelegt werden. Auch CDU, FDP und AfD sehen die Möglichkeit des inklusiven Unterrichts behinderter Kinder und Jugendlicher. Sie wollen allerdings die Wahlfreiheit aufrechterhalten und deswegen Sonderschulen und spezielle Einrichtungen für Behinderte nicht abschaffen. Auch bei dem Konzept der Ganztagesschule legen diese Parteien Wert auf die Wahlfreiheit. Ein Ganztagesangebot soll jedem Kind zur Verfügung stehen. Eltern, die es aber für sinnvoller erachten, dass ihr Kind mit der Familie zu Mittag isst oder den Nachmittag nicht bzw. nur während des Unterrichts in der Schule verbringt, müssen vom Ganztagesangebot keinen Gebrauch machen.

Die Frage, ist nun, wer hat Recht? Welches Konzept ist am besten dazu geeignet, den Spagat zu schaffen. Einerseits beste Leistungen zu erzielen, andererseits die sozialen Ungleichheiten zu bekämpfen. Wie schon gesagt, am Anfang hat mich das Gesamtschulkonzept sehr begeistert. Nach den ersten Erfahrungen schwindet meine Begeisterung aber. Es scheint mir eine Illusion, zu glauben, dass Schüler, wenn sie sich selbst unterrichten, intrinsisch motiviert, auf höchstmöglichem Niveau lernen. So war ich als Schüler nicht und so sind die meisten Schüler auch heute nicht. Alle Kollegen, die ich kenne, die an Gesamtschulen unterrichten sind frustriert und nicht überzeugt von dem Konzept. Sie beschreiben es als unmöglich, in einer Klasse verhaltensauffällige Schüler mit Lernstörungen, die eine Einzelbetreuung bräuchten, gemeinsam mit Gymnasiasten zu unterrichten und dabei beiden gerecht zu werden. Es geht so weit, dass sie den lernwilligen Kindern empfehlen, eine andere Schule zu besuchen, weil sie es nicht verantworten können, sie weiterhin dieser Unterrichtssituation auszusetzen. Selbst ich, die ich an einem Gymnasium unterrichte, bin konfrontiert mit dieser Problematik. Durch das Wegfallen der Grundschulempfehlung sind bei mir an der Schule in jeder Klasse in der Unterstufe im Schnitt etwa vier Schüler mit Hauptschulempfehlung. Für diese Kinder ist es ein wahnsinniger Frust, tagtäglich ihre Unzulänglichkeit vorgeführt zu bekommen. Man fragt sich, warum tun die Eltern ihren Kindern das an? Die letzten Jahre wurde so ein Fokus auf ein Studium gelegt, sowohl durch Medien als auch Politik. So viele Eltern können sich nicht vorstellen, dass ihr Kind nicht studieren wird. Ich denke, es ist Angst vor sozialem Abstieg bzw. Nicht-Aufstieg. Ich erinnere an mein Eingangsbeispiel. Selinay soll auf gar keinen Fall mal wie ihr Vater in einem Dönerladen enden. Nein, sein Wunsch ist, dass sie Medizin studiert- oder Jura. Die Option, dass sie z.B. als Bankkauffrau oder Schreinerin arbeitet, sieht er nicht. Das Leiden seiner Tochter spielt dabei absolut keine Rolle. Ich unterrichte Fünftklässler, die täglich Nahhilfeunterricht bis zu drei Stunden am Stück nach der Mittagschule nehmen. Umso schlechter die Noten, desto mehr Druck.

Gleichzeitig sinkt das Niveau zwangsläufig. Auch wenn ich inzwischen fast grundsätzlich auf drei unterschiedlichen Niveaus unterrichte, also jede Übungsaufgabe in drei Schwierigkeitsgraden anbiete, kosten mich die schwachen Schüler so viel mehr Zeit, dass ich den starken Schülern sehr oft nicht gerecht werde.

Man könnte jetzt sagen, gut, das ist mein persönlicher Eindruck. Oder, das ist eben das Opfer, das für mehr soziale Gerechtigkeit gebracht werden muss. Dem widersprechen aber tatsächlich auch statistische Werte. Ähnlich wie der PISA-Studie, die Bildung international vergleicht, gibt es eine Studie, die die Ergebnisse der einzelnen Bundesländer Deutschlands vergleicht. Hier wurden auch die Leistungen von Neuntklässlern untersucht. Die Ergebnisse wurden medienwirksam kommuniziert. Es gab keine Zeitung, die nicht darüber berichtete. Erstaunlich ist, dass kaum jemand darüber berichtet hat, dass in dieser Studie auch die Abhängigkeit zwischen dem sozialen Status und den Kompetenzen der Schüler untersucht wurde. Obwohl das eigentlich besonders interessant war. Ich hätte gedacht, dass das Konzept von CDU, FDP und AfD zwar die Leistungen  besser fördert, allerdings die sozialen Ungleichheiten eher verstärkt. Meine Vermutung war also, Länder wie Bayern mit einem stark leistungsorientierten, dreigliedrigen Schulsystem gut abschneiden bzgl. der erbrachten Leistung. Dort aber der Einfluss der sozialen Herkunft auf die erbrachten Schülerleistungen besonders groß ist.

Die besten Leistungen 2015 erreichten Schüler aus Sachsen, Schleswig-Holstein und Bayern. In diesen Bundesländern spielte interessanter Weise aber auch der soziale Status eine unterdurchschnittlich geringe Rolle bei der erbrachten Leistung. Im Vergleich zu anderen Bundesländern war in diesen Ländern der Einfluss der sozialen Herkunft auf die erbrachten Schülerleistungen weniger entscheidend.

Die schlechtesten Leistungen 2015 erreichten Schüler aus Nordrhein-Westfalen (NRW), Berlin und Bremen. In diesen Bundesländern spielte aber wiederum die soziale Herkunft eine besonders große Rolle. Bremen und Berlin erhielten diesbezüglich deutschlandweit die mit Abstand schlechtesten Werte. Sowohl Bremen, Berlin also auch NRW sind in den letzten Legislaturperioden nur oder überwiegend von SPD geführten Koalitionen regiert worden. Die Länder, die besonders gut abschnitten, sind mit Ausnahme von Schleswig Holstein, seit Jahrzehnten von der CDU regiert. Auch die Tatsache, dass Baden-Württemberg 2009 noch sehr gut im Ländervergleich abschnitt, aber 2015, also schon nach wenigen Jahren grün-roter Bildungspolitik, einen der letzten Plätze im Ranking der Bundesländer belegt, unterstützt das Bild, das sich durch die Studie und meinen persönlichen Eindruck ergibt. Das Modell von SPD, den Grünen und den Linken hört sich toll an, ist es aber aus meiner Sicht nicht.

Auch die Entscheidungsfreiheit darüber, ob ein behindertes Kind inklusiv in einer Regelschule unterrichtet wird oder auf einer Sonderschule, sollte Eltern überlassen werden. Für SPD, die Linke und die Grünen werden Sonderschulen überflüssig, sobald die Inklusion gut organisiert und an Regelschulen eingeführt ist. CDU, FDP und AfD wollen die Sonderschulen erhalten. Ich habe selbst eine geistig-behinderte Schwester. Die Behinderung ist nicht sehr stark. Sie hätte wohl schon irgendwie am Schulalltag einer Regelschule teilnehmen können. Ich bezweifle allerdings, ob es ihr damit besonders gut gegangen wäre. Sie hat ein sehr ausgeprägtes Gespür dafür, was andere besser können und innerhalb welcher Gruppe sie tatsächlich gleichberechtigt agieren kann und wo nicht. Es gab Inklusionsversuche z.B. im Fußballverein und auch beim Voltigieren. Beides wollte sie irgendwann nicht mehr machen. Es lag sicherlich nicht am Willen und dem Einsatz der sehr bemühten Trainer. Auch nicht an den anderen Jugendlichen. Aber weil sie viele Dinge, die andere konnten, nicht konnte, fühlte sie sich nicht dazugehörig. Bei Einzelsportarten ist es einfacher. Meine Schwester reitet. Fußballspielen tut sie jetzt mit Leidenschaft mit ihren Mitarbeitern der Behindertenwerkstatt, in der sie arbeitet.

Schaut man sich jetzt noch Unterschiede zwischen den einzelnen Parteien an, so ist besonders an der FDP, dass sie sogenannte Bildungsgutscheine ausgeben will. Die Eltern können frei wählen, an welche Schule ihre Kinder gehen, und welche Schule damit das Geld, das in diesem Bildungsgutschein steckt, bekommt. Mehr Wettbewerb zwischen Schulen hört sich eigentlich erst mal gut an. Auch die von SPD, Grünen und der Linken geforderten demokratischen Schule mit mehr Eltern und Schülermitwirkung scheint erst mal eine gute Idee. Allerdings frage ich mich, wie Eltern und Schüler beurteilen sollen, wo tatsächlich der beste Unterricht stattfindet. Eltern können sehen, wo das beste Angebot an Klassenfahrten, sportlichen oder kreativen Angeboten herrscht. Schüler können sagen, welches die nettesten Lehrer sind. Aber die beliebtesten Lehrer sind nicht unbedingt die, bei denen man am meisten lernt. Ob das individuelle Förderkonzept einer Schule tatsächlich sowohl die starken als auch die schwachen Schüler besser fördert als das einer anderen Schule, ist für Eltern und Schüler sehr schwer zu beurteilen. In einem Umkreis von 5 km meiner Schule gibt es drei weitere allgemeinbildende Gymnasien, vier berufliche Gymnasien und eine gymnasiale Privatschule. Der Konkurrenzdruck ist also enorm. Jede dieser Schulen versucht sich durch alles Mögliche von den anderen abzuheben. Trotzdem wird uns mehr oder weniger direkt immer wieder durch die Schulleitung nahegelegt vor allem in Klasse 5 und 6 gnädige Noten zu geben. Jedem Schüler soll Mut gemacht werden. Und jeder Schüler soll das Gefühl haben, dass er es bei uns schaffen kann. Es ist einerseits klar, dass man jedem Schüler Mut machen möchte. Aber andererseits sind Schüler und Eltern auf eine realistische und ehrliche Einschätzung angewiesen. Es ist nicht fair, wenn ein Schüler diese realistische Einschätzung erst in der Oberstufe bekommt und man ihn jahrelang in dem Glauben lässt, er würde später mal Medizin studieren. Die Schulen baden-württembergischer Städte, die an der Landesgrenze zu Bayern liegen, haben in der Regel einen sehr großen Anteil bayerischer Schüler. Sie wollen lieber in Baden-Württemberg Abitur machen. Obwohl das bayerische Schulsystem wie oben beschrieben in vielerlei Hinsicht deutlich besser abschneidet als das Baden-Württembergische. Aber in Baden-Württemberg ist das Abitur etwas leichter und der Leistungsdruck dadurch geringer. Wem der Leistungsdruck an einem bayrischen Gymnasium zu hoch erscheint, der könnte sein Kind ja auch auf die Realschule schicken. Das tun viele Eltern aber nicht. Eltern und Schüler wählen also nicht zwangsläufig die beste Schule, sondern die auf der ihr Kind das beste Abitur macht. Mehr Wettbewerb schafft also nicht zwangsläufig bessere Schulen sondern oft ein Absinken des Niveaus.

Müsste ich mich also nun für die Bildungspolitik einer Partei entscheiden, würde ich meine Stimme der CDU geben. Das ist nun nach der Rentenpolitik der zweite Parteienvergleich und zum zweiten Mal überzeugt mich das Konzept der CDU am meisten. Das finde ich selbst sehr spannend, weil ich hatte absolut nicht vor, die CDU zu wählen. Ich würde mir für meine Kinder wünschen, dass sie nicht Spielball ideologischer Ideen werden. Das scheint mir aber das Konzept von SPD, Grünen und den Linken. Frei nach dem Motto „Es hört sich so gut an, also muss es das auch sein“.

Die CDU in Baden-Württemberg liefert einen sehr pragmatischen, mir sinnvoll erscheinenden Kompromissvorschlag: Das Gymnasium bleibt erhalten wie gehabt. Die Real- und Hauptschule wird allerdings neu organisiert. Diese beiden Schularten werden sozusagen ineinander integriert. Die Schüler erhalten nach der vierten Klasse zwar eine Empfehlung für Haupt- oder Realschulniveau, können aber in den Klassen 5 und 6 jeweils zum Halbjahr zwischen diesen beiden Niveaus wechseln. Nach Klasse 6 sollen die Eltern eine Bildungswegeempfehlung erhalten, die den weiteren Bildungsweg zum Hauptschulabschluss oder zur Mittleren Reife empfiehlt.  Ab Klasse 7 soll in möglichst leistungsdifferenzierten Bildungsgängen auf den Hauptschulabschluss und die Mittlere Reife vorbereitet werden. Dazu soll, in den Fächern Deutsch, Mathematik, Englisch und Naturwissenschaften ein leistungsdifferenzierter Unterricht stattfinden. In weiteren Fächern entscheidet die einzelne Realschule, ob für ihre jeweilige Schülerschaft ein differenziertes oder ein gemeinsames Unterrichtsangebot geeigneter ist.

Für die FDP sprechen für mich allerdings ihre Ideen zur Stärkung beruflicher Ausbildung (siehe Tabelle). Hier schwächelt z.B. die Linke. Die vorschlägt, um Erziehungsberufe aufzuwerten, sie zu akademischen Berufen zu machen. Ich mach dann also nicht mehr eine Ausbildung zur Erzieherin sondern ein Studium und bekomme dann mehr Geld. Das ist aus meiner Sicht wieder eine Abwertung von nicht-akademischen Berufen. Um mehr Geld zu bekommen, muss ich studieren. Ich glaube, eine gute Erzieherin wird nicht besser, wenn sie ein Studium absolviert. Aber sie macht ihren Job besser, wenn sie dafür angemessen bezahlt wird. Und wenn sie nicht noch einen Zweitjob bei Lidl an der Kasse hat, wie es tatsächlich bei einer Erzieherin in der Krippe meiner Kinder der Fall ist.

Ein weiteres Argument gegen die rot-rot-grüne Bildungspolitik ist, dass ich mir Wahlfreiheit bzgl. der Ganztagesschule wünsche. Ich möchte, wenn es mir beruflich möglich ist, gemeinsam mit meinen Kindern Mittagessen oder gemeinsam mit ihnen den Nachmittag gestalten. Das geht nur, wenn sie nicht zwangsläufig am Ganztagesangebot teilnehmen müssen. Ich will meine Kinder selbst erziehen, ihnen meine Werte vermitteln und dies nicht dem Staat überlassen. Wenn meine Kinder von 7.00 Uhr bis 17.00 Uhr in der Schule sind, dann bleibt wenig Zeit für die Familie. Es gibt genügend Beispiele auf der Welt, eines ist der Nationalsozialismus, in der der Staat viel zu sehr in die Erziehung der Kinder eingegriffen hat. Ich glaube wir dürfen da als Eltern selbstbewusst sein. Unsere Erziehung ist besser als die des Staates. Sie ist vielfältiger und damit auch demokratiefördernder. Der ein oder andere wird sagen, es gibt Kinder, die weniger privilegiert sind. Ihre Eltern können ihnen wenig oder nur das Falsche mitgeben. Das stimmt sicher. Deswegen sollen Ganztagesangebote vorhanden sein. Aber als Angebot, das Eltern dann wahrnehmen können, wenn sie es für sinnvoll erachten. Denn wer soll denn entscheiden, welche Eltern ihren Kindern die richtigen Werte mitgeben und welche nicht. Hoffentlich nicht der Staat!!

 

Favorisiertes Schulsystem Besonderheiten
CDU  

Differenziertes, leistungsorientiertes Schulsystem,

Erhalt der Grundschulempfehlung,

Wahlfreiheit beim Ganztagesangebot

Erhalt der Sonderschulen

Integrierte Haupt- und Realschule

 

FDP Mehr Wettbewerb unter den Schulen (Bildungsgutscheine)

Erleichterungen für

Quereinsteiger in Lehrberuf

Stärkung der dualen Ausbildung

Durch eine Exzellenzinitiative für die berufliche Bildung

Austauschprogramm auch für Auszubildende

 

AfD Verankerung des traditionellen Familienbilds im Lehrplan und Verhinderung von Verbreitung von Gender-Ideologien an Schulen.
SPD

 

Gesamtschule, längeres, gemeinsames, solidarisches Lernen ohne Konkurrenz und Notendruck

Abschaffung der Grundschulempfehlung

Abschaffung der Sonderschulen

Demokratische Schule
Grüne

 

Demokratische Schule
Linke Demokratische Schule

Quellen:

1 Regierungsprogramm CDU/CSU: https://www.cdu.de/system/tdf/media/dokumente/170703regierungsprogramm2017.pdf?file=1 (29.07.2017)

2 CDU Baden-Württemberg Bildungspolitik: http://fraktion.cdu-bw.de/themen/bildung/wissen/detail/artikel/bildungskonzept-der-zukunft-1.html?L=efpildvcenalsnn&cHash=87ad901270f9dcb8a587305255376755 (29.07.2017)

3 Wahlprogramm FDP: https://www.fdp.de/denkenwirneu (20.07.2017)

5 FDP – Bildungspolitik Baden-Württemberg: https://fdp-bw.de/landtagswahl2016/bildung/#about (20.07.2107)

6 Wahlprogramm AfD: https://www.afd.de/wp-content/uploads/sites/111/2017/06/2017-06-01_AfD-Bundestagswahlprogramm_Onlinefassung.pdf (16.07.2017)

7 Regierungsprogramm SPD: https://www.spd.de/fileadmin/Dokumente/Bundesparteitag_2017/Es_ist_Zeit_fuer_mehr_Gerechtigkeit-Unser_Regierungsprogramm.pdf (15.07.2017)

8 SPD Bildungspolitik Baden-Württemberg: http://bildungsaufbruch.bawue.spd.de/ (15.07.2017)

9 Wahlprogramm Die Linke: https://www.die-linke.de/fileadmin/download/wahlen2017/wahlprogramm2017/die_linke_wahlprogramm_2017.pdf (16.07.2017)

10 Wahlprogramm Die Grünen: https://bundestagswahl-2017.com/gruene/ (29.07.2017)

11 Die Grünen Bildungspolitik Baden-Württemberg: https://www.gruene-bw.de/unsere-bildungspolitik-traegt-fruechte/ (20.07.2017)

12 IQB Bildungstrend 2015 Bericht: https://www.iqb.hu-berlin.de/bt/BT2015/Bericht (20.07.2017)

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