KINDERKOMMAZUKUNFT Was tun für die Zukunft unserer Kinder ?!

Das Kinderkopftuch

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Wenn ich morgens mit dem Fahrrad durch Berlin Kreuzberg fahre, sehe ich immer wieder kleine Mädchen im Alter von 3 bis 12 Jahren mit Kopftuch.

Klar ist, in diesem Alter kann man nicht von Selbstbestimmung sprechen. Es sind die Eltern bzw. die muslimische Gesellschaft die diesen Kodex verlangen.

Ob das Kopftuch nun ein rein religiöses Symbol oder vorallem ein politisches Symbol ist  – darum gibt es viele Diskussionen und das ist auch ok.

Aber wenn es um die Gesundheit und Entwicklung von Kindern geht, sollten wir allesamt eine klare Haltung einnehmen.

Und das tut die Frauenrechtsorganisation Terre des Femmes. TdF positioniert sich als eine der einzigen Menschenrechtsorganisationen gegen das sogenannte „Kinderkopftuch“. Sie fordert ein gesetzliches Verbot des Kopftuchs im öffentlichen Raum insbesondere in Ausbildungsinstitutionen für alle minderjährigen Mädchen.

Hier eine Zusammenfassung des Positionspapiers zum Kinderkopftuch von Terre des Femmes:

Das universale Recht auf Kindheit

Jedes Kind hat das Recht auf Kindheit – laut UN-Kinderrechtkonvention gelten alle Personen unter 18 Jahren als Kinder. Die Verschleierung von Mädchen – ein zunehmendes Phänomen in vielen Schulen aller Altersstufen und bisweilen sogar in Kindergärten – steht allerdings für eine Diskriminierung und Sexualisierung von Minderjährigen. Sie markiert diese als Sexualwesen, als Verführerin (ein Kita-Kind!!), die ihre Reize von den Männern zu verbergen hat. Dieses patriarchalische Rollenbild des weiblichen Kindes und heranwachsender Mädchen diskriminiert nicht nur sie, sondern auch den Mann als angeblich triebgesteuert und unbeherrscht.

Ungleichstellung der Frau

Die Verschleierung weiblicher Minderjährigen (häufig Hidschab) steht auch für deren geschlechtsspezifische Diskriminierung: den Mädchen wird aufgrund des „falschen Geschlechts“ weniger Freiheit und Selbstbestimmung zugebilligt als Jungen. Diese Geschlechter-Apartheid und die grundsätzlich damit einhergehenden menschenrechtswidrigen Denk-, Verhaltens- und Erziehungsmuster verstoßen gegen das Recht junger Menschen auf eine gleichgestellte Entwicklung.

Konditionierung Kopftuch

Durch die Verschleierung von Minderjährigen wird ein späteres Tragen des Kopftuchs bereits in der Kindheit vorgeprägt, in der das Zugehörigkeitsbedürfnis zur Familie und sozialen Gruppe besonders stark ist. Als Folge dieser Konditionierung können oder wollen die Mädchen auch später ihr Kopftuch nicht mehr ablegen. Es ist zum Bestandteil ihrer Identität geworden. Die Bewegungsfreiheit wird eingeschränkt und die Entwicklung eines natürlichen Körperbewusstseins behindert. Die Verschleierung bedeutet nicht nur eine „harmlose“ religiöse Bedeckung des Kopfes, sondern stellt eine physische und psychische Abgrenzung zwischen Innenwelt und Gesamtgesellschaft dar.

Isolation verhindert Partizipation

So isolieren Eltern ihre verschleierten Töchter von der Wertegemeinschaft der Gesamtgesellschaft, die auf den allgemeinen Menschenrechten basiert und insbesondere auf der Gleichberechtigung der Geschlechter. Partizipation an der Lebenswelt Gleichaltriger unabhängig von Geschlecht, kultureller Herkunft und Weltanschauung sowie Chancengleichheit können so nicht gelingen.

Sozialer Druck und Psychoterror

Eltern aus konservativen muslimischen Familien erfahren oft einen immensen sozialen Druck durch das gesellschaftliche Umfeld und/oder die religiösen Autoritäten. Dieser Druck wird häufig an die Mädchen weitergegeben. Das kann einhergehen mit Gewalt und Psychoterror, wie beispielsweise mit dem Scheren des Haares bei Widerstand gegen die Verschleierung oder der Drohung, in die Hölle zu kommen. Ein staatliches Verbot der Verschleierung von Minderjährigen in der Öffentlichkeit und vor allem in den Betreuungsinstitutionen nimmt den Druck von den (Vor-)Schulmädchen, das Kopftuch tragen zu müssen und unterstützt pubertierende junge Frauen, die der Verschleierung kritisch gegenüberstehen.

Gesetzlicher Schutzraum

Ein Gebot einer allgemein gültigen, bedingungslosen Kopftuchbedeckung gibt es – selbst für geschlechtsreife Frauen – im Islam nicht, obwohl sich konservative und fundamentalistische Strömungen immer wieder darauf berufen. Noch weniger gilt dies für vorpubertierende Mädchen. Deshalb müssen Mädchen und heranwachsende junge Frauen das Recht haben, das Tragen von auffälligen (vermeintlich) religiösen und politisch-ideologischen Symbolen abzulehnen. Hierfür muss ihnen ein gesetzlicher Schutzraum (z.B. die Schule) zur Verfügung gestellt werden, in dem sie einen säkularen Gegenentwurf zum konservativ-religiösen Elternhaus und Umfeld kennenlernen und leben können.

Mobbing gegen unverschleierte Mädchen

Inzwischen exisitiert ein weit verbreitete Mobbing gegen unverschleierte Mädchen etwa in Schulen, die als „Unreine“ und „Schlampen“ beschimpft werden. Öffentliche Schulen müssen für alle Minderjährigen eine angstfreie Entwicklung ermöglichen und als neutrale staatliche Orte religiöse und ideologische Symbolik vermeiden. Nur so kann der Staat seinen Bildungsauftrag erfüllen, Kindern und Heranwachsenden Aufklärung und Gleichbehandlung angedeihen zu lassen und deren demokratisches Denken zu fördern.

Krankheitsursache: Kopftuch

Eine Studie des Robert-Koch-Instituts vom Sommer 2011 hatte einen Zusammenhang zwischen Verschleierung mit Kopftuch, Burka oder Tschador und einem Vitamin-D-Mängel bei Frauen öffentlich gemacht. Die Verschleierung beeinträchtigt bzw. verhindert die Sonnenlichtexposition der Haut und damit die Vitamin-D-Synthese. Die Folgen eines solchen Vitaminmangels sind erhebliche Gesundheitsgefährdungen wie Knochenerweichung, Asthma und Rachitis. Ganz besonders gefährlich ist das natürlich für Kinder, die mitten im Wachstum stehen.

 

Terre des Femmes bin ich beigetreten wegen der Soziologin, Autorin und TdF-Vorstandfrau Necla Kelek. Ich habe ihre Bücher zu dieser Zeit gelesen. In ihrem autobiografischen Buch „Die fremde Braut“ beschreibt Necla wie sie in Deutschland aufgewachsen ist. Ich denke immer wieder daran, wie sie damals unter dem „Kulturverständnis“ an ihrer Schule gelitten hat. Die Schulleitung lies den kulturellen Background als Grund ihrer Eltern gelten, sie aus dem Sport-und Schwimmunterricht zu nehmen und von der Klassengemeinschaft zu isolieren. Als muslimisches Mädchen galten andere Regeln für sie. Eine Katastrophe damals für Necla. Sie hätte den gesetzlichen -über kulturellen Riten stehenden- Schutzraum dringend gebraucht.

Ich möchte dass in Deutschland allen Mädchen ein selbstbestimmtes gleichberechtigtes Leben offen steht. Dafür setze ich mich ein. Du auch?

 

 

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By Jante
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