KINDERKOMMAZUKUNFT Was tun für die Zukunft unserer Kinder ?!

Der Hype um die Ehe

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„Liebe gewinnt“ tönt es von den Grünen, die SPD stimmt mit ein: „Sieg für die Liebe“.  Zwei Drittel der Deutschen wollen die Ehe für alle, für heterosexuelle als auch für homosexuelle Paare. Endlich ist es geschafft, der Bundestag gibt seinen Segen und sagt Ja zur EfA (toll diese Abkürzungswut heuzutage). Deutschland freut sich und schwingt das Fähnchen – wie zu WM-Zeiten.

Das finde ich amüsant. Die Ehe, die seit Jahren ein echter Abturn für viele junge „moderne“ Menschen darstellt, wird in jenen Tagen plötzlich wieder zum Sinnbild der Liebe, der verlässlichen und verbindlichen Partnerschaft – dem einzig Wahren. Auf Ewig!

Gerade linksliberale Menschen wie die Grünen und die SPD (inklusive ihrer Wählerschaft) wenden sich seit Jahren von der Ehe ab. Die Ehe gilt als spießbürgerlich, unsexy und ist de facto ein Auslaufmodell. Zwischen 1990 und 2003 sank die Anzahl an Eheschließungen pro Jahr von 500.000 auf 380.000, das sind 23%. Noch eine Prozentzahl des Auslaufmodells: Die Scheidungsquote deutscher Ehen lag 2015 bei 41 %.

In meinen Berliner Kreisen muss man sich auch gerne mal rechtfertigen wenn man heutzutage noch heiratet. Wer das Ganze dann noch mit kirchlichem Segen tut, gilt als hinterwäldererisch. „Um uns unsere Liebe zu beweisen müssen wir doch nicht heiraten“, „Um Kinder großzuziehen brauche ich doch keinen Trauschein“, „Zu einer lebenslangen Verpflichtung lass ich mich nicht von einem Papier zwingen“, „Wenns dann doch nicht klappt, habe ich einen Scheidungskrieg am Hals“ – heißt es am Mittagstisch. Na dann, Prost, Mahlzeit.

Ehe als sinnstiftender Ort

Nicht nur gegengeschlechtliche sondern auch gleichgeschlechtliche Paare haben ab jetzt also das Recht auf den „sinnstiftenden Lebensraum und Ort verlässlicher Sorge“ namens Ehe. Beide dürfen eine Verantwortungsgemeinschaft gründen, Kinder kriegen bzw. adoptieren und werden steuerlich entlastet. Frage: Findet Sinnstiftung ohne Ehe und Familie eigentlich nicht statt? Was ist mit Singles – müssen die ohne Sinn leben? Warum können nicht mehrere Menschen heiraten und eine Gruppenehe bilden?

Ich freue mich dass gleichgeschlechtliche Paare nun auch Kinder adoptieren dürfen. Wurde auch Zeit. Aber was ist mit Singles oder anderen Gemeinschaften? Haben die nicht auch einen Kinderwunsch?

In mehr als jedem dritten Haushalt (etwa 37 Prozent) wohnt nur ein Mann oder eine Frau. Besonders oft (42 Prozent) wohnen Alleinlebende in Großstädten und in naher Zukunft wird die Anzahl auf 70% steigen. Nur wenige entsprechen dem Idealtyp des jungen Menschen, der aus freien Stücken allein lebt: Lediglich etwa jeder sechste Alleinlebende (knapp 18 Prozent) ist jünger als 30 Jahre, mehr als ein Drittel (34 Prozent) ist dagegen im Rentenalter (älter als 64 Jahre). Der Wunsch nach einer lebenslangen romantischen/sexuellen Beziehung inklusive Kindern ist heute nicht mehr selbstverständlich. Der Wunsch nach Zugehörigkeit und Sicherheit wird es wahrscheinlich immer bleiben.

Ein paar Beispiele:

Schwule Paare schließen sich mittlerweile häufig mit lesbischen Paaren zusammen um gemeinsam Kinder großzuziehen. Haben die nicht auch das Recht eine Verantwortungsgemeinschaft zu gründen, wäre das nicht sogar empfehlenswert, im Sinne des Kindes?

Zwei Frauen, die Eine Mutter und geschieden, die Andere ihre beste Freundin. Sie haben sich entschieden gemeinsam Verantwortung zu übernehmen, für sich gegenseitig, für die Kinder, für den Hof und die 20 Hühner, 3 Kühe und 2 Ziegen. Sollte man ihnen das nicht dringend gestatten und unterstützen?

Drei enge Freunde -männlich oder weiblich egal- die einzeln keine Familie gründen wollten oder konnten – aber nach verbindlicher Gemeinschaft streben. Die einen Kredit aufnehmen wollen um sich gemeinsam Wohneigentum im teuren München anzuschaffen. Die im Krankheitsfall jemanden an ihrer Seite wissen wollen der sich kümmert? Sollte deren Bedürfnis nach Zugehörigkeit und Zukunftssicherung nicht auch berücksichtigt werden? Und gegebenfalls auch nach einem legitimierten Kinderwunsch?

Was ist mit dem Modell „Mehrgenerationengemeinschaft“ – auch hier wäre eine vom Staat legitimierte Verantwortungsgemeinschaft mehr als sinnvoll. Und sinnstiftender gehts ja garnicht.

Von der EfNA…

Eigentlich hätten wir Etwas ganz Anderes gebraucht als die EfNA, die Ehe für Nicht-Alle. Sinnvollerweise hätte man endlich die Ehe entrümpeln und allen modernen Lebensformen anpassen sollen. Nun diskriminiert der Staat eben die, die mehrere Menschen lieben oder sich schon klar darüber sind, dass lebenslänglich für sie nicht in Frage kommt.

… zur VGfA

Meiner Meinung nach hätte man auch einfach die Ehe den traditionsbewussten Menschen lassen können, denen heute Religion noch wichtig ist und die mit dem Segen der Kirche eine auf Kindern begründete Gemeinschaft eingehen möchten. Und daneben eine neue Form der Verantwortungsgemeinschaft entwickelt, die auf alle weiteren Lebensentwürfe der heutigen Zeit eine Antwort liefert. Die jedem Menschen die Chance gibt seine eigene Form von Familie zu gründen, mit einem oder mehreren Menschen und unabhängig von einer sexuellen Beziehung.

Wie wärs mit: VGfA – Verantwortungsgemeinschaft für Alle! Oder: FfA – Familie für Alle! Auch schön.

 

Wenn euch das interessiert hat, lest auch den Artikel „Weshalb überhaupt heiraten?“ vom Theologen Martin Hagenmaier.


Weitere Quellen:

www.statista.com , Statistisches Bundesamt , SZ-Süddeutsche Zeitung

 

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By Jante
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