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Erhöhung des Spitzensteuersatzes: Der internationale Währungsfond (IWF) schwenkt um

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Kurz zur Begriffsklärung: Spitzensteuersatz meint den Höchststeuersatz der Einkommenssteuer. Ab einem jährlichen zu versteuernden Einkommen von 53.666 Euro greift der Spitzensteuersatz. Dies bedeutet, dass jeder Euro, der über dieser Grenze liegt, zu 42% versteuert wird. Für Ehepaare gilt der doppelte Wert; die Grenze liegt hier entsprechend bei 107.332 Euro.

Der IWF fordert eine Erhöhung des Spitzensteuersatzes um der wachsenden sozialen Ungleichheit in den Industrieländern entgegenzuwirken. Das ist wirklaich neu, denn bisher hat er eigentlich das Gegenteil gefordert.

Hier ein paar ungeordnete Gedanken zum Spitzensteuersatz…

Bemerkenswert finde ich, dass in den vergangenen Jahrzehnten in vielen Ländern die Steuersätze für höhere Einkommen ziemlich stark gesenkt wurden. In den 35 wohlhabenden Industriestaaten fiel der durchschnittliche Spitzensteuersatz seit 1981 von 62 auf 35 Prozent.

Auch in Deutschland sank der Spitzensteuersatz während der letzten Jahrzehnte. Im internationalen Vergleich allerdings eher moderat: 1982 betrug er 56 %, seit 2005 stagniert bei 42%.1 Sowohl die Weltwirtschaft als auch die deutsche Wirtschaft hatten aber in den 80er Jahren teilweise deutlich höhere Wachstumsraten als jetzt. Das Argument, niedrige Steuern seien notwendig für ein starkes Wachstum, greift also zumindest bei der Einkommenssteuer nicht. Die Frage, die sich aber stellt: Wenn Deutschland alleine seine Steuern auf hohe Einkommen anheben würde, würden Topverdiener dann auswandern und also in Deutschland gar keine Steuern mehr bezahlen?

Gegen eine hohen Spitzensteuersatz spricht auch, dass wenn jemand hart arbeitet, unternehmerisches Risiko eingeht und dabei Arbeitsplätze schafft, man ihm schon auch zugestehen könnte, wenigstens die Hälfte seines Einkommens zu behalten. Wäre ich ein Topverdiener würde ich mein Geld sicherlich gerne in erster Linie an meine Kinder weitergeben. Auch Spenden an Organisationen meiner Wahl könnte ich mir gut vorstellen. Eine Spende an eine wohltätige Organisation ist schließlich auch eine Art Sozialabgabe. Mein Geld aber dem Staat zu überlassen, der damit Dinge finanziert, die mir persönlich vielleicht gar nicht wichtig sind oder sogar unnütz erscheinen, fände ich bestimmt nicht besonders toll. Die Frage, ob Politiker besser mit Geld umgehen können, als diejenigen, die das Geld erarbeitet haben, ist sicherlich berechtigt.

Andererseits denke ich, dass ich als Topverdiener auch die Pflicht hätte, einen Teil meiner Finanzen dem Staat zu überlassen. Er stellt immerhin die Infrastruktur, auf der mein Wohlstand vielleicht basiert. Die Mitarbeiter meines Unternehmens haben zum Beispiel ihre Qualifikationen (Schulbildung etc.) an vom Staat finanzierten Einrichtungen erhalten. Die LKWs, die meine Produkte transportieren, rollen auf vom Staat gebauten Straßen usw. Von einem funktionierenden Sozialgefüge innerhalb der Gesellschaft profitiert letztendlich auch der Gutverdiener, der in dieser Gesellschaft lebt. Deshalb sollte die Verteilung der Wohlfahrt bestimmt nicht ausschließlich Privatpersonen überlassen werden, die die Gesellschaft als Ganzes evtl. nicht im Blick haben.

Ein Kompromiss wäre vielleicht: Der Spitzensteuersatz wird erhöht – zum Beispiel auf 55%. Davon erhält der Staat wie bisher 42%. Die restlichen 13% muss der Topverdiener für wohltätige Zwecke ausgeben, er darf aber entscheiden für welche wohltätige Zwecke. Der Staat müsste vermutlich eine Liste von Spendenmöglichkeiten erstellen, aber wenn die groß genug ist, hat der Topverdiener das Gefühl, mitentscheiden zu können, was mit seinem Geld passiert.

 

1 https://de.statista.com/statistik/daten/studie/164060/umfrage/entwicklung-des-steuersatz-in-deutschland-ab-1958/

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By Dag
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