KINDERKOMMAZUKUNFT Was tun für die Zukunft unserer Kinder ?!

Gibt’s Krieg eigentlich nur woanders? (Teil 1)

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Ein Bild aus dem Syrien-Krieg: Ein Vater trägt sein totes Kind in seinen Armen. Es ist ein Opfer des kürzlich geschehenen Giftgasangriffes. Seit ich Mutter bin, gehen mir solche Bilder noch viel näher als zuvor.

In Europa herrscht seit über 60 Jahren Frieden. Für unsere Generation ist Frieden schon fast eine Selbstverständlichkeit. Wird das für meine Kinder auch so sein? Bleibt dieser Zustand in Deutschland bzw. in Europa ein Selbstläufer?

Die Amerikaner werden für ihre dominante Rolle als Weltpolizei von vielen nicht besonders geschätzt. Aber ihre militärische Vormachtstellung hat es den europäischen Staaten ermöglicht, ihre Rüstungsausgaben und damit ihre Wehrhaftigkeit immer weiter zu reduzieren. 2015 gab Deutschland 1,2% seines BIP für die Rüstung aus. Im gleichen Jahr lag dieser Anteil in den USA bei 3,3%, im Jahr 2010 sogar bei 4,7%.1 Solange die USA die NATO nicht in Frage stellen, sind die militärischen Möglichkeiten der USA mit der Atomwaffe als größtmögliche Abschreckung sicherlich für jeden potentiellen Gegner Europas ein starkes Argument, eine kriegerische Auseinandersetzung zu vermeiden. Donald Trump stellte aber im Wahlkampf auch die Beistandsgarantien innerhalb der NATO in Frage. Er knüpft sie an die Bedingungen, sich an die 2014 in Wales getroffene Vereinbarung zu halten. Auch Deutschland verpflichtete sich damals, bis 2024 2% seines BIP für den Wehretat zu verwenden. Gegner des 2%-Ziels warnen vor einer „Aufrüstungsspirale“ (Sigmar Gabriel) und vor dem Irrglauben, dass mehr Waffen zu mehr Sicherheit führen. Befürworter argumentieren, dass der Zustand der Bundeswehr so desolat sei, dass man nicht von Aufrüstung sondern von Wiederinstandsetzung reden müsse. Außerdem betonen sie, dass Kriege auch durch Abschreckung verhindert würden.

Quelle: http://de.statista.com/graphic/5/183106/anteil-der-militaerausgaben-am-bip-in-deutschland.jpg (11.1.2017)

Neben den Rüstungsausgaben spielen bestimmt auch wirtschaftliche Beziehungen eine Rolle für unsere Sicherheit. Eine enge politische und wirtschaftliche Verzahnung zwischen zwei Ländern, ist sicherlich ein triftiger Grund nicht übereinander herzufallen. Nicht nur in Europa gewinnt nationalstaatliches Denken aber gerade wieder an Bedeutung. Beispiele in Europa sind unter anderem der Brexit, die Wahlerfolge des Front National in Frankreich. Weltweit reden Ökonomen von einem Zwischenstopp der Globalisierung. Erstmals seit 17 Jahren sank das weltweite Handelsvolumen. Laut WTO steigt die Zahl der protektionistischen Maßnahmen vor allem in Folge der Weltwirtschaftskrise immer weiter an.2 Umso enger aber die Handelsbeziehungen zweier Länder sind, umso größer die finanziellen Verluste im Kriegsfall.

Wäre also Freihandel bei all der berechtigten Kritik ein Mittel gegen Krieg? Und damit ein Mittel auch unseren Kindern ein Leben in Frieden zu ermöglichen?

Hat das politische Auseinanderdriften Europas langfristig Auswirkungen auf den Frieden zwischen den europäischen Staaten? Bei all den Diskussionen  über Finanzhilfen für Griechenland, Vergemeinschaftung von Schulden im Euro-Raum, hatte ich diesen Aspekt fast vergessen. Die EU ist nicht nur eine Wirtschaftsunion sondern auch bzw. vor allem eine Friedensunion. Ist also nicht auch einfach nur der Wunsch nach Frieden für die dritte Generation nach dem zweiten Weltkrieg – also unsere Kinder – ein Argument, sich für ein eng zusammenarbeitendes Europa einzusetzen?

 

 

1http://images.google.de/imgres?imgurl=http%3A%2F%2Fde.statista.com%2Fgraphic%2F1%2F183106%2Fanteil-der-militaerausgaben-am-bip-in-deutschland.jpg&imgrefurl=https%3A%2F%2Fde.statista.com%2Fstatistik%2Fdaten%2Fstudie%2F183106%2Fumfrage%2Fanteil-der-militaerausgaben-am-bip-in-deutschland%2F&h=743&w=1000&tbnid=v-Cr6mAqtoTDpM%3A&vet=1&docid=tJsI6ygcF1-CMM&ei=xy12WPKFO9jmwQKtsqjIBg&tbm=isch&client=firefox-b&iact=rc&uact=3&dur=5271&page=0&start=0&ndsp=17&ved=0ahUKEwiyhcKglLrRAhVYc1AKHS0ZCmkQMwgaKAAwAA&bih=657&biw=1366 (18.4.2017)

 

2http://www.deutschlandfunk.de/globale-wirtschaft-die-rueckkehr-des-protektionismus.724.de.html?dram:article_id=370813 (20.4.2017)

 

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By Dag
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