KINDERKOMMAZUKUNFT Was tun für die Zukunft unserer Kinder ?!

Mein Wochenende unter Feministinnen

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Terre des Femmes – Welt der Frauen – nennt sich mein neuer Club. Mein neuer Club ist eine Frauenrechtsorganisation. In einer schlaflosen Nacht, dank schlafloser Kinder, habe ich mich dort spontan und völlig unreflektiert angemeldet und bin jetzt seit einem knappen Jahr Mitfrau (MitgliedIn gibts ja nicht, deswegen also konsequenterweise Mitfrau). Die jährliche Mitgliederversammlung äääh MitFRAUENversammlung fand vor zwei Wochen statt und ich war sehr gespannt darauf, auf was für einen Schlag Frau und auf welche Themen ich dort wohl stoßen würde. Ob ich vielleicht direkt rückwärts wieder raus renne? Ich kann ja nicht mit allen feministischen Strömungen was anfangen.

Zum Schlag Frau. Das war sehr beeindruckend, sehr faszinierend für mich. Als Interior Designerin besteht meine Welt in erster Linie aus Macrotrends, The colour of the year, Pinterest und Lifestyle-blogs. Politik ist nicht angesagt, eher uncool. Und jetzt war ich umgeben von politisch interessierten, engagierten, kampfeslustigen, rethorisch überzeugenden Frauen von 22 bis 70, aus ganz Deutschland, klein, groß, geschminkt, ungeschminkt, lesbisch, verheiratet, „bio-deutsch“ oder mit Migrationshintergrund, Studentinnen, Journalistinnen, Wissenschaftlerinnen, Lehrerinnen, Flüchtlingshelferinnen. Die eine kam gerade von einem Auslandsaufenthalt zurück und schrieb jetzt an ihrer Masterarbeit zum Thema „Sexualisierte Gewalt in der Türkei“. Die Nächste hatte schon mehrere Bücher herausgebracht und wieder eine Andere hatte 2000 als Journalistin den Skandal „Deutsche Soldaten auf dem Babystrich“ während des Kosovo-Krieges aufgedeckt. So könnte ich jetzt lange weitermachen. Wie gesagt, beeindruckend.

Was waren die Themen neben Kassenbericht und Vorstandentlastung? So Einiges, meine feministischen Gedanken zu Frauen in der Arbeitswelt und Frauenbild im Islam wurden erweitert um viele Themen wie Prostitution & Menschenhandel, weibliche Genitalverstümmelung, Gewalt im Namen der Ehre & Zwangsverheiratung, Häusliche und sexualisierte Gewalt, Flucht & Frauenrechte. Die Themen wurden heiss diskutiert, mit viel Emotion und es wurde um Positionen gerungen.

Wie war das für mich? Völlig geflasht bin ich da raus, mit zig Namen die ich googlen wollte, Bücher, Begriffe, Themen – mein Notizbuch war voll. Mein Kopf war voll.

Voll mit Inspiration.

Voll mit Sinn.

Unsere Frauenrechte sind mit die größte Errungenschaft unserer westlichen Gesellschaft. Daran hängt so viel Positives. Es ist ein Fehler und eine Gefahr sie als gegeben hinzunehmen. Zu denken, wir hätten alles erreicht und wir müssten nichts mehr dafür tun. Zum Einen haben nicht alle hier lebenden Frauen den gleichen Status wie wir, zum anderen heißen wir gerade viele viele Frauen in unserem Land willkommen die aus einer völlig anderen Welt kommen, einer patriarchalischen Welt wo der Mann über die Frau entscheidet und sie sein Eigentum nennt.

Meine Kinder sollen in einer Welt aufwachsen wo FRAUENRECHTE großgeschrieben werden. Nur weil in meinem kleinen Kosmos gerade alle sehr nett zu mir als Frau sind, mir Respekt und Wertschätzung entgegenbringen und ich gefühlt machen kann was ich will, heisst das nicht dass das auch für meine Tochter und deren Tochter noch gelten wird.

Ein leidenschaftliches Pladoyer zum Schluß:

Das was wir heute haben, haben die Frauen vor uns hart erkämpft. Wie kommen wir auf die Idee uns ins gemachte Nest zu setzen statt für die kommenden Generationen diesen Kampf weiterzuführen? Für mich ist das der Generationenvertrag unter uns Frauen.

Wer mehr erfahren will über Terre des Femmes, vielleicht in schlaflosen Nächten eine Aufgabe braucht:

http://www.frauenrechte.de

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By Jante
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