KINDERKOMMAZUKUNFT Was tun für die Zukunft unserer Kinder ?!

Mutprobe Zivilcourage

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In meinem letzten Beitrag, meinem Fazit zur Bundestagswahl, habe ich mich dazu bekannt, dass ich wenig Idealist und viel Realist bin. Mit „bedingungslosem Grundeinkommen“ muss man mir also nicht kommen. Der Mensch ist ein Egoist und sozial nur im kleinen Kreis – Familie zum Beispiel. Die Solidarität lässt dann ganz schnell nach – Niemals würde das für ein Land mit 80 Millionen Menschen funktionieren. Die DDR ist ein schönes Beispiel, die Sowjetunion oder Mao-China. Überall nichts geworden aus dem romantischen sozialistischen Gedankengut. Ich muss mich nur selbst anschauen. Ich kann sehr sozial sein wenns um meine Freunde und Familie geht, aber auch ganz schön a-sozial wenns um die Zukunft meiner Kinder geht. My children first! Und alles andere ist erstmal zweitrangig im Solidaritätswettbewerb.

Zurück zum Idealismus. Es gibt so ein paar Themen da geht mir dann doch das idealistische Herz auf. Zivilcourage ist so ein Thema. Die nicht existente Zivilcourage – Das kann ich überhaupt nicht akzeptieren und da verfolge ich das idealistische Ziel, das wirklich ändern zu wollen.

Fehlende Zivilcourage – Das ist für mich das Übel unserer Gesellschaft.

Was ich meine.

Ich bemängele dass wir selbst keinen Finger mehr bereit sind krumm zu machen. Für die Einhaltung der geltenden Regeln ist allein die Polizei zuständig. Und damit sind wir fein raus. Wir fühlen uns überhaupt nicht verantwortlich. Das finde ich falsch.

Beispiel G20: Die Hamburger gucken seelenruhig zu wie vermummte Linksautonome ihre Stadt zerlegen und Polizisten mit Pflastersteinen bewerfen. Das Einzige was ihnen dazu einfällt: Handy zücken, Film machen und auf YouTube stellen. Bravo.

In meiner idealen Welt würdest du und ich diesen Durchgedrehten die Mütze vom Kopf ziehen und sie an an das Vermummungsverbot erinnern und daran, dass es auch unsere Stadt ist, die sie gerade in Schutt und Asche legen.

Ich werde fuchsteufelswild wenn ich sehe wie wir ignorieren, wegschauen, wegducken, uns nicht einmischen – Um uns danach in geschwätziger Runde ordentlich beschweren zu können. Wir geifern los und regen uns furchtbar auf über den Sperrmüll-im-Hausmüll-Entsorger, dem Bierflaschen-Glasscherben-Verursacher, den Matratzen-Auf-Den-Gehweg-Schmeißer, den Linksautonomen-Pflasterstein-Schmeißer, Hasskommentar-Schreiber, den Obdachlosen-Anzünder, Ausländer-Dumm-Anmacher, den Mädchen-In-Kopftuch-Hüller, den Im-Zug-Auf-Den-Boden-Rotzer und Rotzbesoffen-Kotzer (What a Reim!). Kurzum: Über den fehlenden Anstand, die Egozentrik und Verrohung unserer Gesellschaft.

Aber wir tun nichts.

Wir tun einfach nichts. Ich bemühe mich wirklich, aber wie oft bin auch ich schon am Hundekacke-Liegenlasser mit betont verächtlichem (natürlich in die entgegengesetzte Richtung gerichtetem) Blick vorbeigegangen. Dabei wäre es so einfach: „Entschuldigen Sie bitte, wären Sie so freundlich das Häufchen ihres Hundes einzupacken? Mein Kind tritt jeden Tag in eines dieser leidigen Häufchen und bereitet uns wenig Freude damit. Dankeeeee“

Noch ein Klassiker. Meine Freundin Brigitte (Name von der Redatktion geändert) trifft den im Im-Zug-Müll-Liegenlasser, ärgert sich furchtbar, bringt aber keinen Ton raus und räumt anschließend wutschnaubend für ihn auf. Der Umwelt zuliebe. Der hilft das garnichts – Der Typ wird sich niemals ändern wenn ihm keiner von uns mal die Leviten liest.

Jetzt ein härteres Beispiel. Junge Frau wird von zwei Halbwüchsigen auf einem belebten Marktplatz bedrängt. Sie bekommt Angst, schreit. Keiner kommt, aber viele glotzen. Sie flüchtet in den nächsten Laden und versteckt sich hinter einer Kleiderstange. Ein bedrohliches Gefühl. Wenn man spürt: Auf Zivilcourage ist kein Verlass. Die junge Frau war übrigens ich.

Es gibt viel härtere Beispiele. Aber weil wir schon nicht bei den harmlosen Fällen eingreifen, tun wir es eben auch nicht bei den härteren Fällen.

Dafür hasse ich die Stadt manchmal. Weil hier allen alles egal ist. Bis auf ihre Bio-Milch oder ihre „Eisern Union“ (1.FC Union Berlin). Aber mal ehrlich, das Gleiche erlebt man in anderer Form auch auf dem Land.

Ein Zivilcourage-Flashmob

Wirklich, ich finde das furchtbar. Und ich glaube daran, dass man das auf einen Schlag ändern könnte. Und man damit die Welt so viel besser machen könnte. Man müsste NUR irgendwie die Massen an Menschen mobilisieren. Ich meine, wenn ich mich auf den anderen Passanten verlassen könnte, dass er mir bei meinem „Einsatz in Zivil“ zur Seite steht würde, dann wäre das sicher wieder selbstverständlicher für mich und jeden Anderen.

Ich überleg mir was. Ein Zivilcourage-Flashmob. Ihr seht, auch ich kann hochgradig idealistisch sein. Meine Freundin Ramanda (Name geändert) wäre sehr stolz auf mich. Und vielleicht wieder versöhnt mit mir nach unserer letzten Diskussion zum „bedingungslosen Grundeinkommen“.

 

 

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By Jante
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