KINDERKOMMAZUKUNFT Was tun für die Zukunft unserer Kinder ?!

Sehr geehrter Herr Kretschmann, sehr geehrte Frau Eisenmann,

S

ich bin Mutter von drei Kindern zwischen 2 und 5 Jahren, wir leben auf dem Land, wir haben viel Platz um uns herum, mein Mann arbeitet tagsüber, ich spät abends oder frühmorgens. Ich kann sagen, uns geht es gut – auch in Corona-Zeiten. Nichtsdestotrotz beunruhigt mich der Gedanke, dass die Kindergärten und Krippen voraussichtlich noch für Monate geschlossen bleiben. Mich lassen Gedanken an allererziehende, berufstätige Mütter im Homeoffice in einer kleinen Wohnung im 5. Stock, die langsam aber sicher wahnsinnig werden, nicht los. Oder Kinder, die nach wochenlangem eingesperrtsein, ihrem sowieso schon gewaltbereiten Vater so auf die Nerven gehen, dass dieser noch öfter zuschlägt als sonst. Klar, er könnte anstatt dessen auch mit seinen anstrengenden Kindern spazieren gehen, aber vielleicht sitzt er halt leider lieber vor dem Fernseher. Die Leidtragenden sind jedoch seine Kinder.

Die Argumente, die dafür sprechen trotzdem weiterhin gerade kleine Kinder in ihren Familien festzuhalten, sind mir einleuchtend. Die Handlungsoptionen sind sicherlich gering, weil von kleinen Kindern ein deutlich höheres Infektionsrisiko ausgeht, als von Abiturienten, die sich an Abstandsregelungen halten können (falls sie es tun). Mir ist auch klar, dass es schwierig ist zu ermitteln, in welchen Familien wirklich dringender Bedarf besteht.

Eine Möglichkeit sehe ich aber trotzdem:

Vielleicht kann man an die Selbstverantwortlichkeit appellieren, und Eltern mit kleinen Kindern eine 1 zu 1 Betreuung oder Betreuung in Geschwistergruppen anbieten, mit dem Hinweis, dass dieses Angebot bitte nur von Eltern mit wirklichem Bedarf in Anspruch genommen werden soll. Zusätzlich wissen die Erzieher(innen) der Einrichtungen wahrscheinlich meist ziemlich genau, welche Kinder im Moment unter besonders schwierigen Situationen leben. Sie könnten solche Familien auch gezielt ansprechen.

Die Betreuung könnte von den Erzieherinnen übernommen werden. Meines Wissens ist der bisherige Betreuungsbedarf von Kindern deren Eltern in systemrelevanten Berufen arbeiten eher gering. Es sind also vermutlich noch Kapazitäten frei. Andere freiwillige Personen, die im Moment von ihrer Arbeit freigestellt sind, könnten ebenso eingesetzt werden. Selbst wenn jedes Kind nur hin- und wieder in den Genuss von Betreuung kommt, bedeutet dies eine Entlastung für die Eltern und eine Möglichkeit für die Kinder, der unter Umständen schwierigen Familiensituation zu entkommen.

Ich bin selbst Lehrerin am Gymnasium und ich würde mich wirklich furchtbar freuen, meinen Wirtschaftskurs Jahrgangsstufe 12 bald wieder zu sehen und sie vollends zum Abitur zu führen. Gleichzeitig finde ich es eine merkwürdige Priorisierung: Kleine Kinder erleben unter Umständen wochenlang sehr belastende Situationen, und ich als pädagogische Kraft werde dazu eingesetzt, Abiturprüfungen durchzuführen.

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By Dag
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